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4:0 im kleinen Derby und mit der Zeitmaschine 47 Jahre zurück – SC Kriens

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4:0 im kleinen Derby und mit der Zeitmaschine 47 Jahre zurück

Von Oliver Kraaz

Es gibt so Momente im Leben eines Fussball-Fans, in denen die Zeit stillsteht. Wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfallen.  Zu einem einzigen, starken Moment. So erging es mir beim zwischenzeitlichen 3:0. Hinter dem FCL-Tor sah ich ein Kind jubeln, vielleicht 10 Jahre alt.

Plötzlich drehte sich mein Kopfkino rückwärts – und ich landete im Jahr 1979, am 25. November. Gut, das Datum musste ich gerade googlen, aber das Resultat stimmt mit meinen Erinnerungen exakt überein. 

SC Kriens gegen den FC Grenchen. NLB, die Mutter der heutigen Challenge League. Mein erstes Fussball-Spiel in einem Stadion mit 9 Jahren. Mein erstes SC Kriens-Spiel. Ich sass auf der Bande hinter dem SC Kriens-Tor. Den Goalie konnte ich fast berühren.

Noch nie hatte ich so was erlebt. Granaten, die auf ein Tor geballert werden und ein Mann mit Handschuhen, der sich todesmutig in jeden Ball werfen musste, fausten, hechten. Der Mann vor mir hielt sie alle. Die Bälle knallten für mich furchterregend an den Handschuhen. Der Mann im giftgrünen Dress, der musste der liebe Gott sein, kein Ball ging rein. 

Das sei Mario Soldati, erklärte mir mein Vater. Mario Soldati.

Nach dem Spiel blieb mir der Torjubel zu den 3 Toren. Wie Kriens das Spiel kehrte. 0:1 zur Pause, 3:1 am Schluss. Und mich beeindruckte nachhaltig Soldati, der den Kasten wie ein Schweizer Gardist den Vatikan dichtmachte.

Nach dem Spiel ass ich vor Aufregung gleich zwei Paar Wienerli, musste in der Nacht mehrmals erbrechen und wusste am andern Morgen: Ich muss wieder hinters Tor. Wieder Mario Soldati sehen. Krienser Tore bejubeln.

Nun bejubelte ich das 4:0 gegen den FC Luzern U21. Unglaubliche 47 Jahre und wohl über 500 Kriens-Spiele später. War es je so schillernd wie in diesem Frühling 2026? Mit 85 erzielten Toren, Platz 1, mit so vielen Fans, 1’800 heute? Rätseln erlaubt, geniessen empfohlen.

Der Zufall wollte es, dass ich nach Abpfiff Mario Soldati auf der Tribüne sitzen sah. Mit seinem Sohn und Enkel. Ich sprach ihn auf mein erstes Spiel und die Erinnerung an ihn an. Es war ein sehr herzliches Gespräch und für mich, ja: Etwas Besonderes.

Das Kleinfeld, das kann lebendige Geschichte sein. Geniessen wir jede Minute.

(Bilder: Daniel Gehrig)


SC Kriens vs. Luzern U21 4:0 (1:0)
Kleinfeld 1814 Zuschauerinnen und Zuschauer

Tore: 45′ (+3) Toggenburger 1:0, 51′ Toggenburger 2:0, 72′ Siegrist 3:0, 84′ Wicht 4:0

SC Kriens: Zajac, Riedmann, Heiniger (76′ Sefer), Alejandro Willimann, Touré, Siegrist (72′ Gebreyesus), François, Rüedi (62′ Wicht), Hoxha, Toggenburger (76′ Facal), Sliskovic

Luzern U21: Huwiler, Bung Hua Freimann (46′ Van den Heuvel), Mauricio Willimann, Sadikaj, Matuanana, Diallo (71′ Pouomo), Demi, Lazri (86′ Studer), Kalauz (86′ Xhemaili), Meyer, Berisha (45′ Do Amaral)

Bemerkungen: Kriens ohne Romano, Fäh (beide gesperrt), Harperink, Aversa, Hermann und Jetzer (alle verletzt).

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