Es war fast schon ein bisschen kitschig, unser Tor zum 4:1 gestern gegen Étoile Carouge. Kevin Tröndle steht als Linksverteidiger in der Nachspielzeit bei einer 3:1-Führung dort, wo ein Linksverteidiger in dieser Situation eben steht: im gegnerischen Strafraum (natürlich, der Situation ging eine Ecke von uns voraus, aber dennoch) und trifft in die kurze Ecke zum Schlussresultat.
Sein erstes Challenge-League-Tor, das Zuspiel kam von Leandro Maksutaj. Der stand gestern zum ersten Mal mit uns auf dem Platz, und vorgestern machte er sein erstes Training im Kleinfeld. Tja.

Es passte vieles gestern Abend im Kleinfeld. Über 1500 Fans. Wieder. Der spätsommerliche Herbstabend. Das frühe Tor von Elio Rufener. Sein fünftes in dieser Saison. Er verbringt die anstehende Nati-Pause nun bei der U20-Nationalmannschaft der Schweiz. Es passte auch, wie wir auf den Ausgleich der Gäste reagierten, mit einem Handspenalty nur vier Minuten später. Albin verwandelte sicher (21′).
In der Druckphase von Étoile Carouge nach dem Seitenwechsel folgte der zweite Elfmeter für uns. Nico mit seinem Signature-Move (dem Sliding Pass), Juli wurde gefoult und holte seinen zweiter Elfmeter des Abends raus, Malek traf vom Punkt (58′) – er reist zusammen mit Elio zur U20-Nationalmannschaft der Schweiz.

Die Genfer hatten ihre Momente, hatten gute Phasen, wie nach unserer Führung, als sie ihre spielerische Stärke auf den Platz brachten. Ballsicherheit, Tempo über die Flügel, Kurzpassspiel. Als neutraler Beobachter war das schön anzuschauen. Aber sie trafen gestern auf einen SC Kriens, der um diese Spielstärke wusste und darauf eingestellt war.

Wir schlossen die Räume, rannten und kämpften. Angefangen im Sturm bei Albin und später Celi bis zur praktisch fehlerfrei agierenden Abwehrlinie um Manu, Juli, Kevin und Enea – der seinen Wert «Anzahl geblockte Torschüsse» gestern mindestens verdoppelte. Unglaublich. Und wenn was durchkam, rettete Ruben. Ein-, zweimal mirakulös – nicht umsonst steht Ruben im aktuellen Aufgebt der U21-Nati der Schweiz.
Und so, mit viel Leidenschaft, Energie und Einsatzwillen, ging es gestern wunderbar aus für uns. Folgerichtig sagte Mike Winsauer nach den 94 intensiven Minuten gegenüber der Luzerner Zeitung: «Diese Solidarität, diesen Spirit und diese Energie müssen wir unbedingt hegen und pflegen.» Genau das machte gestern Abend den Unterschied zwischen uns und einem sehr begabten Team aus Genf.

Nun geht es in eine endlos scheinende Nationalmannschafts-Pause. Die Liga nimmt ihren Betrieb am 9. Oktober wieder auf, wir mit dem Heimspiel gegen den FC Wil (Kleinfeld, 19:30 Uhr). Das gute Gefühl und die Zuversicht nehmen wir mit in diesen Unterbruch. Schön – aber kein Grund die Füsse hochzulegen.
(Bilder: Daniel Gehrig)

