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4:0 gegen Paradiso und die Frage: Mit was darf man nun rechnen? – SC Kriens

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4:0 gegen Paradiso und die Frage: Mit was darf man nun rechnen?

Von Oliver Kraaz

Zwei Dinge sind wir an diesem Samstag hängengeblieben: Nicos Siegrist und seine Tore, die immer dann fallen, wenn sie dringend benötigt werden. Gegen Paradiso der Dosenöffner zum 1:0. Meine jüngere Tochter, die eine gewisse Unschärfe beim Schätzen von männlichen Zeitgenossen hat, fragte mich damals im Heerenschürli, wer denn der 50-jährige bei Kriens sei. Äh, ja. Der Nico. Der sei noch nicht ganz 50, bemerkte ich. Ziemlich fest noch nicht ganz. 

Es sind aber nicht nur die Tore, es ist das ganze Benzin, das bei der Mannschaft im Tank blubbert, wenn er auf dem Feld ist. Ich vermisse ihn schon jetzt, wenn er dann wirklich mit 50 Jahren und wohl 700 Toren für den SC Kriens zurücktreten wird.

Zweites Highlight gegen Paradiso: Deren Trainer Andrea Agostinelli. Ein Mann mit einer grossartigen Aura. Braungebrannte, ledrige Haut, graubraune Haare, ein mediterraner Hauch von Nizza und San Remo. Agostinelli coachte 90 Minuten voller Energie rum, trippelte mit seinen gelb-schwarzen Designer-Lederschuhen in der Zone rum wie ein Duracell-Männchen. Agostinelli wirkte wie eine Mischung aus Roland Kaiser, Günther Netzer und dem kettenrauchenden Cesar Luis Menotti, dem legendären Weltmeister-Trainer Argentinien von 1978. 

Ich hätte Agostinelli bessere, noch bessere Spiele gegönnt als die am Samstagabend. Einfach was ganz Grosses. Nur scheint dies das Los dieses Mannes zu sein, der es nie weiter als in die albanische, maltesische Liga oder in die Serie C schaffte. Umso schöner, dass Agostinelli in Kriens seine Aufwartung machte. Grosses Kino – wenn auch von den meisten wohl kaum bemerkt.

Das ist kaum verwunderlich. Denn das 4:0 war eine immer konkreter werdende Anreise an unser «Finalspiel», das nun am Samstag in Bern ansteht. Zwei Spiele, sechs Punkte sind noch zu vergeben, vier Punkte Vorsprung. 2018 wars am 19. Mai, in der zweitletzten Runde, als man gegen La- Chaux-de-Fonds aufstieg. Ich in Damenjeans mitjubelte – aber die Story habe ich nun schon 100-mal erzählt.

Also: 96 Tore erzielt, noch zwei Spiele. Aufstieg mit 100 Toren, darf man so rechnen? Die Frage dürfte auch anders lauten: Wieso steigt eigentlich nur der erste aus dieser Promotion League auf, die immerhin satte 18 Teams umfasst? Kleine Randnotiz.

Mein Vorschlag: Schon mal den Weg in den Sportpark Wyler für den kommenden Samstag prüfen. Anpfiff 16:00 Uhr. Es wird ein heisser Samstag. 26 Grad – und es liegt was in der Luft.

Bilder: Daniel Gehrig



SC Kriens vs FC Paradiso 4:0 (1:0)
Kleinfeld 1144 Zuschauerinnen und Zuschauer

Tore: 30′ Siegrist 1:0, 57′ Toggenburger 2:0, 64′ Toggenburger 3:0, 83′ Rüedi 4:0

SC Kriens: Zajac, Hermann (82′ Riedmann), Fäh, Heiniger, Touré, Romano (74′ Rüedi), François, Siegrist (74′ Gebreyesus), Sliskovic (82′ Facal), Wicht (63′ Hoxha), Toggenburger

FC Paradiso: Abazi, Plisko (46′ Bollati), Sylaj, Miranda, Benacquista, Cellamare (46′ De Jesus Sousa), Akdemir  (55′ Morandi), Carpani, Centinaro (71′ Assui), Ouattara (82′ Montes Garcia), D’Agostino

Bemerkungen: Kriens ohne Aversa und Jetzer (beide verletzt). Harperink, Caserta, Sefer, Gubinelli (alle nicht im Aufgebot). 16′ Kopfball von Sliskovic an die Latte.

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