SalzburgApotheke.com
Garderobenpredigt: Auf dem WC braucht es keinen Taschenrechner – SC Kriens

WesermarschApotheke.de

Garderobenpredigt: Auf dem WC braucht es keinen Taschenrechner

Von Oliver Kraaz

Für unsere Toilette und ihr kleines Zeitschriften-Regal kaufe ich mir mit Vorliebe Hefte wie die Sonderausgabe des «Kicker» zur Bundesliga-Saison. Inkl. der Stecktabelle, in der Heftmitte, die ich allerdings auf dem WC aus Platzmangel nicht aufhänge. 

Das Gute an diesen dicken Heften: Sie halten ein ganzes Jahr. Bis die Saison zu Ende ist, weiss ich durch die unzähligen meditativen Sitzungen schliesslich auch, wie der Ersatztorhüter des 1. FC Magdeburg heisst (Dominik Reimann, in Münster geboren, Rechtsfüsser).

Das Heft hat dieses Jahr eine ernüchternde Botschaft: «Alles andere als ein Titel des FC Bayern wäre eine Sensation». Und das gleich für die Männer- UND die Frauenbundesliga. Das macht gehörig Lust auf mehr, wie in einen fünfstündigen Kinofilm zu sitzen, wenn man schon vorher weiss, wie er ausgeht. Gut, beim Film «Titanic» wusste auch jeder, dass das Schiff am Schluss sinkt und trotzdem gingen alle hin …

In Deutschland wird immer wieder die Diskussion laut, den Bundesliag-Modus zu ändern, um doch noch Spannung zu erzeugen. Keine Ahnung, wie dies gegen Bayern funktionieren soll: Spielen mit verbundenen Augen? Nur zu dritt? Kontaktverbot mit dem Ball? Selbst dann würde Bayern wohl noch gewinnen. Fast so sicher wie der Untergang der Titanic.

Dass Modus-Änderungen selten klug sind, beweist ein Blick zurück: In der Saison 2003/2004 wurde ein solcher neuer Modus in der Challenge League ausprobiert. Prinzip: Hin- und Rückspiel innert einer Woche, der Gesamtsieger erhält noch 2 Punkte obendrauf. 

Und jetzt kommt’s: Kriens startete gegen Winterthur in die Saison und verbuchte: 2 Spiele, 8 Punkte. Wird heute eher schwierig. Damals ging das so: Zweimal gewonnen und die 2 Punkte obendrauf. 

Dann kam, man staune: die Runde Yverdon – SC Kriens: Mit den Resultaten 1:1 daheim, 2:4 in Yverdon. Macht 6 Punkte für Yverdon (ein Sieg, ein Unentschieden, 2 Punkte obendrauf), nur 1 Punkt für Kriens. Der geneigte Leser merkt es: Die Rangliste live während eines Spiels auszurechnen war nach drei Bieren schon schwieriger. 

Am Auswärtsspiel damals in Yverdon war ich übrigens dabei. Direkt aus einem einwöchigen Klosteraufenthalt in Neuenburg (nein, nicht in der Maladière). Der Match war sozusagen die Abschlussreise. Die Woche im Kloster war grossartig, der Match mit seiner dummen Rechnerei ein Ärger sondergleichen und ich wieder so gereizt wie vor der Klosterwoche.

Noch abends im Kloster wütete ich vor dem Schlafen mit diesem Modus. Es blieb nicht ungehört: Nach einem Jahr wurde der Modus wieder begraben. Gott hatte damals im Kloster ein Einsehen.  Es kann nicht schaden, wenn DFB-Funktionäre präventiv auch wieder mal ins Kloster gehen. 

Freuen wir uns auf das Spiel am Freitag gegen Yverdon. Der Taschenrechner auf dem Smartphone sollte auch nicht notwendig sein. Einem kühlen Bier steht also nichts im Wege.

Post an Oli Kraaz

0 CHF 0.00
InnsbruckApotheke.com