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Garderobenpredigt: Powerbank weg und Grüsse an meinen Franz-Lehrer – SC Kriens

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Garderobenpredigt: Powerbank weg und Grüsse an meinen Franz-Lehrer

Von Oliver Kraaz

Für alle, die nicht in Neuenburg beim Startauftakt waren: Halb so wild. Den Punkt hätten wir zwar verdient, das ganze Matcherlebnis habe ich jedoch nicht ohne Grund unterdessen verdrängt.

Bis Dienstag musste ich mich noch mit einer Powerbank rumschlagen, die ich im Supermarkt Maladière zum Aufladen meines kaputten Smartphones ausgeliehen hatte, dann aber nach Spielschluss nicht mehr in die Ladestation bringen konnte. Weil das Parkhaus und das Treppenhaus zwar offen waren, nicht aber die Mall.

Die Busse hätte 45 Euro betragen. Weil ich aber nicht mit der Busse einen weiteren Spieler bei Xamax finanzieren wollte, telefonierte ich dann schlussendlich mit der Leitung des Kundendienstes. Auf Französisch. Hätte mein Französischlehrer dies mitgehört, wäre er in ein Wechselbad von Schweissausbrüchen der Scham und Oh-là-là-Attacken geraten.

Ich staunte selbst, wie einige Sätze grammatikalisch perfekt wie aus der Kanone kamen, andere wiederum keinen einzigen Sinn machten. Weder grammatikalisch noch inhaltlich. Aber: Ich sprach fliessend.

Das war meine Woche.

Nun freue ich mich auf ein Heimkommen ins Kleinfeld zum ersten Heimspiel. Für mich beginnt die Saison ehrlich gesagt erst jetzt. Vor allem möchte ich wieder einmal erleben, was Fussballfans sind und wie sie ein Spiel verfolgen.

An der Fussball-WM erinnerten mich die Zuschauer immer an «Eurovision-Song-Contest»-Fans, die aus unerfindlichem Grund hysterisch in die Kamera winken, ihr Leibchen und eine Fahne küssen und dabei fast ihr Smartphone zwischen den Zähnen verschlucken. Aber gut.

Nun sollte ich wohl noch etwas Kluges zum Sportlichen sagen. Lasse ich aber diesmal vollständig weg und rufe stattdessen ein «Herzlich willkommen!» in die Runde, zu einem echten Fussballspiel ohne Pausenshow, Hydration Break, alten Stars auf Rollatoren und Statistiken, die kein Mensch versteht («Momentum of the Match»).

Kleiner Hinweis: Es wird heiss und voll am Freitagabend. Wer vor dem Stadion im Schlafsack übernachtet, soll bitte am Freitagmorgen schön alles zusammenrollen. Das «1944» öffnet dann für Kafi und Gipfeli.

Wir sehen uns um 20.15 Uhr auf dem Kleinfeld.

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