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«Es war ein sehr schönes Jahr für mich im Kleinfeld» – SC Kriens

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«Es war ein sehr schönes Jahr für mich im Kleinfeld»

Seit vier Jahren spielt die ehemalige SCK-Juniorin und sechsfache Nationalspielerin Alena Bienz in der Bundesliga, nach Köln mittlerweile in Freiburg. Dort ist dienstags Trainingsfrei und Alena hat Zeit für Interviewanfragen aus der Heimat, bevor sie sich zum Kaffeetrinken in Freiburgs Innenstadt verabredet hat.

Alena, wirst du in Freiburg beim Kaffeetrinken erkannt?
In Freiburg bisher nicht so oft, nein. Während meiner Zeit beim FC Köln kam es schon ab und zu vor, dass mich Fans erkannt haben und nach einem Autogramm oder einem Selfie fragten. Die Fankultur in Köln ist sehr speziell und vielleicht noch ein bisschen ausgeprägter als in anderen Städten.

Du bist mit 19 Jahren vom beschaulichen Luzern in die Grossstadt Köln gezogen. Von der Women’s Super League in die Bundesliga. Ein grosser Schritt in diesem Alter.
Ja, absolut – und ich habe die Veränderungen, die so ein Wechsel mit sich bringt, ehrlich gesagt auch etwas unterschätzt. Es war nicht immer einfach am Anfang. Auch wenn mich die Menschen im Klub und in Köln generell sehr offen und herzlich aufgenommen haben.

Was war schwierig?
Die Alltagsroutine fällt weg. Alles ist neu, alles ungewohnt. Die sozialen Kontakte fehlen anfangs. Dazu erkrankte ich kurz nach meinem Wechsel am Pfeifferschen Drüsenfieber und konnte nicht mit dem Team trainieren. Das machte den Start nicht einfacher. Es dauerte eine Weile, aber ich habe mich in Köln danach sehr wohl gefühlt und blicke sehr positiv auf meine drei Jahre dort zurück.

Wie gross waren die Umstellungen auf dem Platz?
Auch dort war es ein grosser Schritt (lacht). Das Spiel ist schneller als in der Schweiz, die Anforderungen in den Bereichen Taktik und Physis höher. Ich habe anfangs viele Extraschichten im Gym geschoben, um körperlich auf das geforderte Niveau zu kommen. Insgesamt konnte ich mich aber schnell anpassen und habe auch schnell dazugelernt. Über 70 Bundesliga-Einsätze und viel Offensivdrang. Alena Bienz im Trikot des SC Freiburg.

Du hast Köln nach drei Saisons als Stammspielerin verlassen und bist im Sommer 2025 nach Freiburg gezogen. Wieso der Wunsch nach einer Veränderung?
Es gab sowohl sportliche als auch persönliche Gründe für den Wechsel zu Freiburg.

Die sportlichen zuerst.
In Köln spielten wir stets gegen den Abstieg. Das ist jeweils mit viel Druck und einer eher defensiven Spielausrichtung verbunden. Mir als offensiv ausgerichtete Spielerin kam dieses Spielsystem daher etwas weniger entgegen – und der ständige Abstiegskampf nagt an einem; man hat mehr zu verlieren als zu gewinnen.

Was waren die persönlichen Gründe?
Ich brauchte eine Luftveränderung, wollte wieder etwas Neues kennenlernen. Und von Freiburg bin ich in zwei Stunden zu Hause – das ist natürlich auch toll.

Zu deiner Nachwuchszeit gehört auch eine Saison in der U15 des SC Kriens – als einziges Mädchen im Team.
Ich kam vom FCL für eine Saison zum SCK. Die Jungs und die beiden Trainer Zivi und Luciano haben mich super aufgenommen und ich fühlte mich sofort integriert. Beim FCL war das damals nicht immer so. Es war ein sehr schönes Jahr für mich im Kleinfeld und ich erinnere mich gerne daran zurück.

Du warst im Sommer 2025 Teil des Nati-Aufgebots fürs Pre-Camp zur Heim-EM, hast dich dort aber verletzt.
Leider ja. Ich wäre unglaublich gerne dabei gewesen, habe während der EM dann aber als grosser Fan mitgefiebert.

Wie blickst du von Deutschland aus auf die Entwicklungen im Schweizer Frauenfussball?
Die EM hat viel Schwung und Aufmerksamkeit gebracht. Die Teams spielen vermehrt in den grossen Stadien, ihre Spiele werden übertragen. Die Medien berichten öfter darüber. Das Interesse steigt, mehr Mädchen wollen Fussball spielen. Das ist positiv. Aber die Entwicklung muss nun weitergehen. Es gibt zum Beispiel immer noch Spielerinnen in der höchsten Liga, die Vollzeit arbeiten müssen neben dem Fussball. Auch bei der Infrastruktur haben viele Vereine in der Schweiz sicher noch Potenzial.

In Freiburg spielt ihr im legendären Dreisamstadion. Ein Ort mit viel Fussballgeschichte. Wie erlebst du die Heimspiele dort?
Wir haben in Freiburg sehr gute Bedingungen, auch verglichen mit anderen Teams der Bundesliga. Und natürlich – das Dreisamstadion ist ein tolles Heimstadion, ein klassisches Fussballstadion, und dementsprechend gut ist auch die Stimmung bei unseren Heimspielen mit durchschnittlich über 3000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Freiburg wird diese Saison im Tabellenmittelfeld abschliessen. Wie zufrieden bist du mit deiner ersten Spielzeit im Breisgau?
Ich fühle mich sehr wohl in Freiburg, das ist wichtig für mich. Mein Ziel auf dem Platz ist es, noch mehr Spielminuten zu bekommen und mich als Stammspielerin zu etablieren. Wir haben ein sehr junges Team und wir dürfen ambitioniert genug sein und die oberen Mittelfeldplätze anvisieren in der kommenden Spielzeit. Und natürlich sind auch weitere Einsätze für die Nati ein Ziel von mir – davon habe ich als kleines Mädchen immer geträumt.

Dieses Interview erschien in der letzten «Kleinfeld»-Ausgabe – dem offiziellen Klubheft des SC Kriens. (Bilder: SC Freiburg).

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