Souveräner Cupsieg im Tessin

Es ging gleich flott los für uns, vierte Minute, Elfmeter, nachdem Thiam von den Beinen geholt wurde. Pädi Gjidoda verwandelte im Nachschuss. Guter Start gegen einen aufsässigen und eklig zu spielenden Gegner. Die Tessiner versteckten sich nicht, hielten und spielten in der Anfangsphase mit.

Die Chancen aber hatten wir und Nik Dubler traf nach einem schönen Querpass von Yannick Pauli nach 20. Minuten zum 2:0. Gamborogno hatte immer mal wieder gefährliche Ansätze, wir liessen aber nicht wirklich viele gute Gelegenheiten zu. Machten das souverän und nahmen auch nach dem 2:0 den Fuss nicht vom Gaspedal. Hatten guten Möglichkeiten zum 3:0 und 4:0 noch vor der Pause.

Nach der Pause zeigte sich, wie pflichtbewusst wir im Tessin auftraten. Gamborogno kam nicht wirklich zur Entfaltung, wir waren aufsässig und immer wieder torgefährlich. Elis Isufi nach einem Eckball, Mario Bühler wunderbar aus 20 Metern und Rrezart Hoxha mit einem Abschluss aus kurzer Distanz sicherten uns schilesslich den klaren und hochverdienten Sieg – vor und mit der grossartigen Unterstützung unserer Supporters. Danke.


Telegramm

FC Gambarogno-Contone vs. SC Kriens 0:5 (0:2)
Stadio Sportivo Regionale Magadino 300 Zuschauerinnen und Zuschauer

Tore: 5′ Gjidoda 0:1, 21′ Dubler 0:2 (Pauli), 68′ Isufi 0:3, 76′ Bühler 0:4, 86′ Hoxha 0:5

SC Kriens: Brügger, Isufi, Bühler (78′ Lüthi), Pauli (78′ Suter), Aversa, Gubinelli, Hermann, Baye Dame, Dubler (78′ Britschgi), Rüedi (64′ Huruglica), Gjidoda (64′ Hoxha)

Bemerkungen: SC Kriens ohne Riedmann, Bender, Saglam, Wicht und Sukacev (alle verletzt). 



Vorschau

Cupauftakt: Von toten Hamstern und Car-Gutscheinen

Von Oliver Kraaz

Unterdessen gibt es so viele UEFA-Klubwettbewerbe, dass es dazu fast zu wenig Klubs gibt. Klar, es gibt Fussball-Nationen wie Deutschland, England oder Spanien, da ist man nach einem Unentschieden und zwei Siegen bereits für irgendeinen Cup qualifiziert, egal wie lange die Saison noch dauert. Das liegt an diesem bizarrem UEFA-Koeffizienten dieser Länder, durch den alle Mannschaften vom 1. bis 16. Rang für irgendwas qualifiziert sind. 

Mein Liebling aller Turniere ist diese putzige Conference League. Sie ist so etwas wie «Ottos» unter den Turnieren: Braucht es nicht unbedingt, ist aber für alle erschwinglich und schämen muss man sich dafür auch nicht. Es tauchen in der Conference League Klubs auf, von denen man nicht mal wusste, dass es sie gibt. Vielleicht sogar die Vereine selbst nicht, bis die UEFA eines morgens sagte: «So, nächste Woche muss jemand nach Malta, gegen Hamrun Sparta in die Conference League-Quali – wer hat noch ein GA oder einen Heggli-Carreisen-Gutschein?»

Irgendjemand geht dann immer. Manchmal ist es Vikingur Gota. Iskra Danilovgrad. Ararat Erewan oder kleinere Klubs wie der FC Basel.

Der Modus ist dann schon der Wahnsinn mit Rahm drauf. Man kann gewinnen, ist dann in der Europa League-Quali, verliert dort und ist dann doch wieder in der Conference League. Vielleicht verfährt sich aber auch der Mannschafts-Car in Lettland und man landet irgendwo in einem Wald und nix ist mit europäischem Fussball.

Ich glaub die UEFA hat längst den Überblick darüber verloren, wer wo in welcher Quali spielt. Wahrscheinlich ist auch gar niemand dafür zuständig in Genf. Oder ein Goldhamster. Der läuft dann im UEFA-Büro mit seinen kleinen Füssen über eine riesige Europakarte und dort, wo er sein Böhnchen liegen lässt, spielt dann jemand die Quali. Wenn der Hamster altersbedingt tot umfällt (Hamster werden nicht alt, auch nicht bei der UEFA), dann ist die Conference League vorbei.

So ist das wohl.

Da lobe ich mir den Schweizer Cup. Der findet seit 1909 statt und kommt ohne Hamsterspiele und Car-Gutscheine aus. Nein, bei uns ist das topseriös. Schon Jahre vor der Austragung tagt der Bundesrat in einem Atombomben-sicheren Bunker und berät bei warmen Kutteln-Salat mit Orangensaft (Rezept von Viola Amherd), wer gegeneinander spielen soll. Der liebe Gott überwacht das alles und dann spielt man die Auslosung im Fernsehen nach.

Dieses Jahr spielen wir am kommenden Sonntag (16:30) im Tessin gegen Gambarogno-Contone aus der 2. Liga Interregio. Wir gewinnen und sind eine Runde weiter. Das ist übrigens das grandiose an diesem Cup: Wer verliert ist draussen. Ende der Banane.

Irgendwann wird auch die UEFA diesen grandiosen Modus entdecken. Irgendwann …

X