Nicht-Spielbericht: Der Sieger des Abends, den niemand auf der Rechnung hatte

Von Oliver Kraaz Es war der Abend von Herrn Vladimir Ovcharov. Beinahe wäre er in den sintflutartigen Regenfällen von Kriens noch von der Arche Noah überfahren worden. Doch die kam zwar nicht um die Ecke gerauscht, dafür die Wassermassen in rauen Mengen. Der Krienser Kunstrasen hatte sich längst ergeben, konnte keinen Deziliter mehr aufnehmen. Alles randvoll. Irgendwie erinnerte er an einen Oktoberfest-Besucher nach zwei Stunden Käferzelt.

Während die Spieler in der Bäderlandschaft aus Kunstrasen tapfer ein Aufwärmen simulierten, winkte Herr Ovcharov nach mehreren einsamen Ballstaffeten mit sich ab: Fertig lustig. Kein Spiel.

Dabei hatten eine Stunde vorher noch mehrere SCK-Junioren versucht, mit umgekippten Kleintoren das Wasser an den Rand des sabbernden Feldes zu pressen. Erfolglos. Ebenso hätte man mit einem Haarföhn von der Tribüne aus runterblasen können. Es half alles nichts.

So wurde SC Kriens vs. FC Zürich U21 das Spiel, das es nicht gab. Dafür war es der Abend, an dem Schiedsrichter Ovcharov, mit Vornamen Vladimir, der wichtigste Mann des Abends wurde – und alles richtig machte. Das muss ihm in Zeiten von VAR-Streitigkeiten erstmal einer nachmachen. Wir meinen: Eine glatte Note 7 auf der Skala von 1 bis 6.

Ach ja: Seine Assistenten waren José Antonio Lourenco Pereira (wie der Name sagt aus Herisau) und Serdar Sönmez aus Aarburg. Hinter grossen Erfolgen steckt bekanntlich immer ein funktionierendes Team.