«Ich spüre und sehe eine tolle Gruppe, die gemeinsam etwas erreichen will»

Ein Viertel der Meisterschaft ist rum. Am Freitag gehts für uns weiter in Winterthur (20.00 Uhr). Sportchef Bruno Galliker spricht im Interview über unsere bisherige Punkteausbeute, die Atmosphäre im Team und den Umgang mit Corona.

Bruno Galliker, ein Viertel der Saison ist gespielt, wie zufrieden bist du mit den ersten neun Auftritten?

Um nachhaltig in der Challenge League konkurrenzfähig zu bleiben und bestehen zu können, war für uns ein weiterer Schritt Richtung Professionalität unumgänglich. Einige langjährige Spieler konnten oder wollten diesen Schritt nicht mehr mitmachen, so gab es einen grösseren Umbruch im Team. Wir haben viel junge Spieler mit Potenzial geholt, aber auch viel Routine abgegeben. Das hat einen Einfluss auf die Konstanz, die Automatismen müssen zuerst erarbeitet und das Talent auf den Platz gebracht werden. Das erste Viertel der Meisterschaft hat dies alles widerspiegelt.

Wir zeigten zum Teil guten offensiven Fussball, hatten aber auch einige schwächere Momente im Spiel, was uns doch ein paar Punkte gekostet hat. Im Grossen und Ganzen bin ich mit der Entwicklung aber zufrieden. Wir haben 11 Punkte im ersten Viertel erkämpft und gesehen, dass wir auf Augenhöhe unserer Gegner sind. Kleine Details haben die Spiel entschieden.

«Wir haben viel Energie, die ans Team weitergegeben wird.»

Diese angesprochenen Hochs und Tiefs im Spiel, an was liegt das?

Wie erwähnt, fehlt uns tatsächlich noch die Konstanz. Es liegt nun an allen täglich daran zu arbeiten und diese vermeidbaren Fehler im Spiel abzuschalten. Das kann nur mit seriöser Arbeit, mentaler Stärke und einem gesunden Selbstvertrauen verbessert werden. Wir geben den Spielern und dem Trainer Staff die Zeit dazu.

Es gab einige Wechsel in der Mannschaft und im Staff. Wie empfindest du die Atmosphäre in der Mannschaft, wächst da etwas zusammen?

Ja definitiv, das Team funktioniert als solches hervorragend. Ich spüre und sehe eine tolle Gruppe, die gemeinsam etwas erreichen will. Das gleiche findet im Trainer-Staff statt. Mit Marisa, Burim und Manu, die im Sommer neu zum Staff gestossen sind, sowie die nun seit Jahren für uns arbeiteten Bruno und Guido, ergänzt mit einem tollen Physio-Team der Medbase und den zusätzlichen Masseurinnen Lili und Jana und unserem Mental-Coach Erich haben wir viel Energie, die ans Team weitergegeben wird.

«Manchmal ist es nicht einfach, sich auf den Sport zu konzentrieren.»

Mit Izer Aliu, Robin Busset, Dani Fanger und Igor Tadic haben wir vier Spieler, die verletzungsbedingt noch keine Minute gespielt haben. Kehren sie bald zurück aufs Feld?

Natürlich hoffen wir, dass bald möglichst alle Spieler wieder gesund und einsatzfähig sind. Es wäre aber falsch, verletzte Spieler unter Druck zu setzen. Jeder muss einen guten Aufbau machen können, damit er richtig fit ist, wenn er zurück auf den Platz kommt. Nur so ist er im Kopf frei und fähig gute Leistungen abzurufen. Ist dies nicht der Fall, sind weitere Verletzungen oft das Resultat davon.

Wir hatten bisher keine Corona-Fälle. Trotzdem, wie sehr beschäftig dich die aktuelle Corona-Situation in der Liga mit ständig verschobenen Spielen und neuen Schutzkonzepten?

Natürlich beschäftigt uns die ganze Corona Situation, so wie sämtliche andere Vereine und auch viele andere Wirtschaftszweige. Ich mache mir Gedanken über die Gesundheit vieler Personen, sei es in der Familie oder im nahen Umfeld. Manchmal ist es nicht einfach sich aufs Wesentliche, den Sport, zu konzentrieren. Wir versuchen diese Dinge aber von der Mannschaft fern zu halten, damit die Spieler und der Staff sich auf den Fussball fokussieren können. Wir müssen aufpassen, dass die Resultate nicht zweitrangig werden, und dass man die ganze Woche nur noch über das Virus spricht und nicht mehr über den Fussball.

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