Frauen: Zwei Punkte verschenkt

9. Oktober 2022

Gegen den Luzerner Sportclub, letztjähriger Gegner in der 4. Liga, wurden noch nie Punkte eingefahren. Für ein Remis hätte man vor dem Spiel durchaus unterschrieben, nach 90 Minuten sah die Welt aber anders aus.

Das Derby SCK gegen LSC ging in die dritte Runde. In der Saison 2022/23 eine Liga höher für die beiden Teams. Der LSC grüsst aus der oberen Tabellenhälfte, bisher ohne eine Niederlage einzufahren. Für Napoleon war es Waterloo, für den SCK letztes Wochenende Ascona. Mit dem Unterschied, dass nach der bitteren Heimpleite niemand in der Verbannung endete. Eine starke Reaktion musste also her. In der Hubelmatt wäre wetterbedingt eher ein Schwimmwettkampf angesagt gewesen, deshalb wich man auf die berüchtigten Kunstrasenplätze auf der Allmend Süd (Fliegerschuppen) aus. Ein Graus für Fussball-Ästheten. Auch mit Flutlicht ist nicht wirklich hell, der Platz klein und gefüllt ist das Kunstgrün mit tonnenweise Granulat.

Dass es kein zweites Ascona wird, sah man schon in der Startphase. Der SCK war mit viel Zug aufs Tor unterwegs und in den Zweikämpfen präsent, der LSC vor allem mit schnellem Umschaltspiel gefährlich. Je länger die erste Hälfte andauerte, desto näher kam Kriens der Führung. In der 35. Minute bediente Rahel Graf mit einem herrlichen Zuspiel in die Tiefe Luana Schumacher. Die blitzschnelle Flügel-Youngsterin zog aus halbrechter Position aufs Tor und versenkte zur SCK-Führung. Das Heimteam war nach diesem Treffer sichtlich verunsichert und so folgten bis zur Pause weitere hochkarätige Möglichkeiten. Nach 45 Minuten hätten auch gerne ein paar Tore mehr auf Krienser Seite fallen können.

Zweite Hälfte, gleiches Bild. Kein Leistungsabbau beim SCK, trotz knapper Ersatzbank und einigen Blessuren aus der ersten Hälfte. Auf dem Platz wurde mit harten Bandagen gekämpft, aber durchaus fair. Zum Leidwesen beider Mannschaften sah dies der Unparteiische nicht so und amortisierte seine Trillerpfeife in nur dieser einen Partie. Schade. Eine Viertelstunde vor Ende beschenkte der Schiedsrichter das Heimteam mit einem Penaltypfiff. Ein leichter Schulterkontakt im Strafraum brachte die LSC Spielerin aus dem Gleichgewicht und damit zu Fall. Genug für den Mann in Gelb, um sein Trillerpfeifchen zu benutzen. Ein Geschenk, welches die Gäste gerne annahmen und zum Ausgleich verwandelten. Die Krienserinnen suchten in den letzten Minuten vehement den Siegestreffer, den Luzernerinnen blieb oft nur der weite Befreiungsschlag. Trotz weiteren Möglichkeiten, unter anderem ein Kopfball an die Latte, blieb es beim 1-1.

Am Ende zu wenig für Kriens, schmeichelhaft für das Heimteam. Trotzdem können die SCK-Frauen mit dieser Leistung mehr als zufrieden sein und einen weiteren Punkt einsammeln. In den verbleibenden drei Meisterschaftsspielen und dem Cup-Achtelfinal gilt es an diese Leistung anzuknüpfen. Weiter geht es am kommenden Montag um 20.15 Uhr im Kleinfeld. Das Spiel wurde vorgängig auf Wunsch des FC Baar verschoben. Man sieht sich im Kleinfeld.


Luzerner SC – SC Kriens 1:1 (0:1)
Allmend Süd

Tore: 35‘ Schumacher

SC Kriens: Furrer, Amstutz S., Buholzer, Zuber, Cardoso S., Schumacher, Graf, Odermatt, Flüeler, Müller, Cardoso F.

Ersatz: Estrela Dos Reis, Hess

Bemerkungen: SC Kriens ohne Amstutz K., Amstutz L., Blättler, Hediger, Hirt, Laky, Limacher, Lindegger, Melliger, Villiger, Wieser