Frauen: Ein SCK Cup-Abend der Superlative

Und sie haben es schon wieder getan! Wieder die 93. Minute, wieder im Cup und wieder stehen die SCK Frauen im Cup-Viertelfinal. Ein Spiel mit zwei gleich starken Teams, welche sich einen fairen, nervenaufreibenden Cup-Fight lieferten.

Es ist ja so eine Sache mit den guten alten Vorzeichen. Manchmal treffen sie ein, manchmal nicht. Kriens fing im Spitzenspiel am Wochenende eine 6-2 Klatsche ein, der oberklassige 3. Ligist FC Hünenberg hingegen mit einem Sieg gegen den Tabellenführer. Die Tribüne im Kleinfeld war gut gefüllt, als die beiden Teams zum Start dieses Krimis aufliefen.

Vorzeichen ade: Das Heimteam startete mit einer guten Portion Überzeugung in die Partie. Nur fünf Minuten waren gespielt, als Karin Amstutz auf dem rechten Flügel von Lea Laky perfekt lanciert wurde und richtig Tor zog, sich die Verteidigerin vom Leib hielt und mit einem gewaltigen Flachschuss aus vollem Lauf zur 1-0 Führung traf. So möchte man in eine Partie starten. Der Gegner schien noch im Tiefschlaf, als Selina Amstutz nur sechs Minuten später von Tanja Blättler auf die Reise geschickt wurde. Der Ball kam mit ein wenig Glück via Rücken einer FCH Spielerin perfekt in die Füsse von Selina. Aus kurzer Distanz stellte die Nummer 13 auf 2-0 in der 11. Spielminute. Wow, was für ein Blitzstart.

Wird diese Partie ein Selbstläufer oder ein Schützenfest? Denkste! Die schnelle und klare Führung schien Kriens nicht wirklich gut zu tun. Es wurde kontinuierlich abgebaut. Offenbar ratterte es gewaltig in den Krienser Köpfen. Die Gäste konnten das Geschehen nun weitgehend beruhigen. Melanie Wigger vergab kurz vor der Pause eine der letzten tollen Möglichkeiten alleine vor der gegnerischen Torfrau. Der FCH blieb aber ohne nennenswerten Torabschluss in den ersten 45 Minuten. Die SCK-Verteidigung räumte kompromisslos ab. Mit einem 2-0 ging es in die Pause.

Die Gäste kamen bissiger aus der Unterbrechung zurück. Mit schnellem Kombinationsspiel wurden die Krienserinnen immer wieder in arge Schieflage gebracht. Die Initialzündung für die Aufholjagd war ein Handspielelfmeter in der 51. Spielminute. Dumm gelaufen, kann man aber so geben. SCK-Hüterin Sandra Furrer ahnte zwar den Penalty in die Mitte, dieser war aber so scharf getreten, dass er mit Glück für Hünenberg doch noch reinkullerte. 2-1. Kriens wankte, war nicht mehr im Spiel. Das Momentum hatte sich gedreht. In der 60. Minute zogen die Gäste alleine aufs Tor und glichen aus. Absolut verdient, Kriens hatte seit der Pause keine Torchancen mehr und die Gäste zogen ein regelrechtes Powerplay auf. Dank einem Entlastungsfreistoss aus gut 30 Meter konnten die Krienserinnen wieder einmal kurz durchatmen. Céline Wieser, die Frau für die ruhenden Bälle, zu diesem Zeitpunkt eingewechselt, trat einen brandgefährlichen Ball in den Fünfmeterraum. In diesem Gewusel landete der Ball in den Füssen von Corine Hess. Mit voller Wucht hämmerte diese den Ball in die Maschen. 73 Minuten gespielt, Kriens ist auferstanden – Hallelujah.

Wäre es das gewesen, ist die Cup-Geschichte viel zu wenig dramatisch. 78. Spielminute, die Gäste mit einem langen Ball, der Klärungsversuch der letzten SCK-Abwehrspielerin über den Rist gerutscht und schon stand eine Gegnerin alleine vor dem Tor. Der Ausgleich. 3-3. Wer selber einmal Fussball gespielt hat weiss, was so eine Achterbahnfahrt auslösen kann. Ab jetzt war es eine reine Kopfsache. Beide Teams waren bis auf die Knochen angespannt, denn die nächste Aktion könnte die Entscheidende sein. Es glich dem ersten Tanzabend in der Primarschule. Alle sind nervös und keiner getraut sich etwas zu tun. Das grün-weisse Kämpferherz war gefragt, der unbändige Wille noch zu gewinnen. Das erste kleine Kammerflimmern verursachte Spielführerin Fabienne Fluder. In der 89. Minute hoch angespielt, alleine vor dem Tor, doch der Ball versprang und rollte ins Aus. Gibt es doch nicht, das wäre es gewesen, die letzte Chance um die Verlängerung zu verhindern. Nein, war es nicht! Die SCK-Frauen haben immer diese 93. Minute auf ihrer Seite. Egal ob Cup oder Meisterschaft, diese Zahl lieferte schon so viele Last-Minute Siege. Auf diesen Segen können wir uns einfach verlassen. Auch an diesem Abend. Der Schiedsrichter, welcher mit einer tadellosen Leistung diese Partie leitete, hatte schon auf die Uhr geschaut und war bereit abzupfeifen. Es folgte eine letzte hohe Hereingabe auf den zweiten Pfosten. Karin Amstutz schlich sich an und stand plötzlich völlig frei, Brustannahme und rein das Ding. Ausnahmezustand im Kleinfeld! Das ganze Team rannte jubelnd zur Eckfahne, von der Tribüne hallte es «SCK-SCK». Gänsehaut pur. Wie schön kann doch Fussball sein. Am Sonntag noch in der Hölle, heute im Himmel. 4-3 und Schluss. Die 1. Frauschaft des SCK überwintert im Cup und steht zum zweiten Mal in der Geschichte im Viertelfinal. Was für eine Teamleistung, was für ein Siegeswille!

Mit den Cup-Märchen könnte es bereits morgen Donnerstag weitergehen. Unsere FF-19 spielt im Stadion Kleinfeld das Halbfinale gegen den FC Sempach. Wir glauben an den grossen Coup und supporten euch natürlich vor Ort. Die Frauen schliessen die Vorrunde dann am kommenden Sonntag ab. Um 16.00 Uhr ist die SG Nebikon-Willisau zu Gast im Kleinfeld.


Telegramm

SC Kriens – FC Hünenberg 4:3 (2:0)

Kleinfeld

Tore: 5‘ Amstutz K., 11‘ Amstutz S., 73‘ Hess, 93‘ Amstutz K.

SC Kriens: Furrer, Villiger, Zuber, Cuic, Amstutz S., Wigger, Fluder, Blättler, Flüeler, Amstutz K., Laky

Ersatz: Amstutz L., Büchler, Cardoso, Hess, Hirt, Melliger, Wieser

Bemerkungen: SC Kriens ohne Limacher, Mirakaj, Rüttimann, Schäfer

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