FF-19: Niederlage im Tessin, die sich ein wenig wie ein Sieg anfühlt

Der Start in die neue Saison war bis anhin etwas harzig. Aus zwei Pflichtspielen konnten noch keine Punkte verbucht werden und bei den Spielen wird auch klar, dass das Team zuerst noch zueinander finden muss.

Im Vorfeld des Spiels, wuchs die Absenzen Liste weiter an. Ursprünglich 17 Spielerinnen auf dem Papier, waren es am Spieltag noch 14. Wer die letzten Spiele gesehen hat weiss, dass es mit einem solch schmalen Kader kein leichtes Unterfangen wird.

Die Anfahrt ins Tessin verlief eher ruhig und noch etwas verschlafen, dazu passend auch der stockende Verkehr in Richtung Süden. Beim AS Gambarogno angekommen, wurden die Beine bei einem Waldspaziergang vertreten und der Fokus langsam auf das Spiel gelegt.

Bei hitzigen Temperaturen wurde das Spiel um 16.00 Uhr angepfiffen. Die Krienserinnen wurden gleich in die Defensive gedrückt. Den Gegenspielerinnen liess man aber kaum Raum und so kamen auch wenig gefährliche Abschlüsse aufs Tor oder wurden durch unsere Torfrau pariert. Wie so oft im Tessin, gibt es auch immer umstrittenen Szenen, wo der Unparteiische auf sich aufmerksam macht und so die Gemüter erhitzt. Die 30. Minute war angebrochen, im Strafraum wurde der Ball im Zweikampf sauber geklärt und die Tessinerin stolpert im Anschluss über die Beine von Lilly Bernhard. Ein Pfiff ertönte und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Der Penalty wurde versenkt und die Krienserinnen daraufhin vollkommen aus dem Konzept geworfen. Nach 35 Minuten stand es dann 3-0.

Während des Pausentees mussten die Gemüter zuerst beruhigt und der Fokus wieder auf das Spiel gelegt werden. Gesagt, getan? Nein! 26 Sekunden nach Anpfiff wurden der Ball eiskalt im Krienser Tor versenkt. Anschliessend zeigten die Girls in Green, wie bereits in der ersten Halbzeit, einen beherzten und leidenschaftlichen Auftritt mit viel Kampfgeist und einem körperbetonten Spiel. In der 55. Minute wurde Yesmine von den Beinen geholt, klare gelbe Karte eigentlich. Schlussendlich gab es für beide gelb und zehn Minuten Strafe. Dies war wohl der zündende Moment! Ein wahrer Ruck ging durch das Team und jede Spielerin, ob auf oder neben dem Feld gab nochmals ihr Bestes. Wirklich gute Chancen erarbeiteten sich Krienserinnen jedoch nicht. Das Spiel ging, nicht unverdient, mit 4-0 an die Tessinerinnen.

Nach dieser grossartigen Leistung war die anschliessende Pizza auch mehr als verdient. Die Heimfahrt verlief bei den Einen eher ruhig, bei den Anderen etwas ausgelassener. Punkte haben wir an diesem Samstag keine gewonnen, aber es fühlt sich trotzdem ein wenig wie ein Sieg an. Während des Tages und des emotionalen Spiels wurde jeder Einzelnen bewusst, was es heisst, als Team aufzutreten, füreinander zu kämpfen und was man damit alles zusammen erreichen kann. Darauf können wir aufbauen.

Am kommenden Samstag steht für uns die erste Cuprunde an, wo wir auswärts auf Zug 94 treffen.

Hopp Chriens!

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