Der Zauber der Freundschaftsspiele

Von Oliver Kraaz – Ich war mit meinen 51 Jahren noch nie in Untersiggenthal. Bis am Samstag, da spielte unsere neue Mannschaft gegen den FC Aarau. Testspiel. «Freundschaftsspiele» sagt man ja heute nicht mehr, eigentlich schade. Muss ja nicht alles immer so bierernst sein.

Apropos Bier: Gab es auch, natürlich nicht auf dem Feld, aber im Festzelt nebenan. Denn Aarau gegen Kriens war Teil des Einweihungsfestes der neuen Anlage des FC Turgi. Sympathisch und herzlich, nette Menschen, Anlage im Grünen und ja – gutes Spiel beider Mannschaften trotz Badehosen-Temperaturen am Abend. Vier Tore, animiertes Tempo und ab der 70. Minuten ein Sonnenuntergang wie für Instagram gemacht. Dazu zwei, drei Mückenstiche in die Kniekehle. So soll es sein.

Beim Eingang zur Anlage sah ich auf einem Plakat, dass Francine Jordi live singen würde. Leider nicht im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten, sondern anderswo. Hätte aber gepasst. Während der SC Kriens erneut gepflegt und mit Wucht einen Angriff aufbaute, den schlussendlich Sangoné Sarr mit dem 1:2-Anschlusstreffer krönte, stutzte ich wegen was anderem: Was war das?

Genau – Rasenduft! Echter Rasenduft! Nach den Jahren um Kunstrasenfelder hatte ich diesen Duft bereits vergessen. Dabei: Fussball-Rasenduft macht glücklich wie der Duft vom Grill an Sommerabenden.

Mit 1:3 geht das Spiel zu Ende, Stephan Keller vom FC Aarau fuchtelt auf dem Feld noch etwas chefig mit den Händen rum, die Stimme unseres neuen Trainer Sven Lüscher ist kurz zu hören, dann fängt im Festzelt die Coverband an zu spielen. Irgendeinen Hit mit 50 Jahren auf dem Buckel (nein, nicht von Francine Jordi).

Ein letzter präventiver Besuch auf dem Toitoi-WC, natürlich Hände waschen, zum Abschied winken auf alle Seiten und dann zurück zum Auto, das auf einer Wiese hinter einem Wohnquartier von der Securitas bewacht wird.

Grillen zirpen. Es riecht nach Heu. Schön, diese Testspiele. Wann findet das nächste statt?