«Der SCK macht viel für die Förderung von jungen Menschen»

Langjähriger SCK-Unterstützer: Armin Gärtner, Vorsitzender der Bankleitung bei der Raiffeisenbank Pilatus in Kriens.

Armin Gärtner ist Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Pilatus in Kriens und mit ihr langjähriger SCK-Sponsor. Ein Gespräch über Geld im Fussball und neue Technologien.

Armin Gärtner, aus welchen Gründen hat die Raiffeisenbank Pilatus ihr Sponsoring beim SCK im vergangenen Sommer langfristig verlängert?
Wir sind schon lange Partner des SC Kriens und streben stets langjährige Partnerschaften an. Der SC Kriens macht viel für die Förderung von jungen Menschen, die im Kleinfeld einer sinnvollen Freizeittätigkeit nachgehen können. Dieses gesellschaftliche Engagement finden wir unterstützenswert.


Uns geht es aber auch darum, durch unser Engagement in ein Netzwerk zu kommen, von dem wir als Unternehmen profitieren können.

Spürt ihr diesen Effekt durch den SC Kriens?
Wir spüren, dass uns aufgrund dieses Engagements mehr Sympathien entgegengebracht werden. Der SCK hat eine grosse Wirkung auf die Krienser Bevölkerung, viele Menschen hier identifizieren sich mit dem SCK. Unsere Unterstützung wird sicher wahrgenommen. Ob ein Kunde extra deswegen ein Konto bei uns eröffnet ist aber schwierig messbar.

«Das Engagement beim SCK hat für uns vor allem einen sozialen Charakter.»

«Geld» ist ein Dauerthema im Fussball und oft sind damit negative Emotionen verbunden…
…ich frage mich selber auch, wie man zum Beispiel als FC Barcelona mit über einer Milliarde Schulden seinen Verpflichtungen noch nachkommen kann. Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Fussball so als Spielzeug der Superreichen missbraucht wird. Und ja, das geht auf Kosten des Fussballs und der Zuschauerinnen und Zuschauer.

Was «erwartet» ihr vom SC Kriens?
Zugang zu einem interessanten Netzwerk von Leuten. Dass wir im Kleinfeld und auf den Vereinskanälen präsent sind. Wir erwarten aber nicht für jeden investierten Franken einen «return», denn das Engagement beim SCK hat für uns vor allem einen sozialen Charakter. Deshalb möchten wir die Arbeit im Kleinfeld unterstützen.

«Geld» ist ein Dauerthema im Fussball und oft sind damit negative Emotionen verbunden…
…ich frage mich selber auch, wie man zum Beispiel als FC Barcelona mit über einer Milliarde Schulden seinen Verpflichtungen noch nachkommen kann. Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Fussball so als Spielzeug der Superreichen missbraucht wird. Und ja, das geht auf Kosten des Fussballs und der Zuschauerinnen und Zuschauer.

Ist der Fussball noch finanzierbar ohne Mäzenatentum und Konzerngelder?
Er sollte finanzierbar sein. In den internationalen Ligen ist das mittlerweile schwierig, aber in der Schweiz und gerade in der Challenge League muss es möglich sein. Der SCK macht es vor, auch wenn es schwierig ist. Es macht hierzulande wirtschaftlich mehr Sinn, sich auf die Nachwuchsarbeit zu konzentrieren und dafür nicht immer vorne mitzuspielen. Natürlich stellt sich dann die Frage, ob das Umfeld diese Geduld auch aufbringt. In der Schweiz hat man aber gelernt, die Einnahmen den Ausgaben anzupassen.

«Der physische Kontakt wird nicht ganz verschwinden, aber sicher werden die digitalen Kontaktangebote zunehmen.»

Die prognostizierte Pleitewelle ist bei den Fussballclubs trotz Corona bisher ausgeblieben. Wie stark sind die Corona-Auswirkungen bei der Raiffeisenbank spürbar?
Unser Geschäftsmodell war nicht so stark betroffen. Wir haben die Pandemie natürlich bei unseren Kundinnen und Kunden gespürt. Besonders im Firmenkundenbereich haben wir andere Aufgaben wahrnehmen müssen. Zum Beispiel mit der Auszahlung von Covid-Krediten. Was wir stark gespürt haben war, dass die Leute weniger Geld ausgegeben haben, wir hatten einen starken Zulauf an Liquidität.

Die Bankenwelt war bereits vor Corona einem technologischen Wandel unterworfen. Wie sehr hat sich dieser durch Corona beschleunigt?
Wir spüren diesen Wandel. Viele Menschen sind heute bargeldlos unterwegs. Das wird in den nächsten Jahren dazu führen, dass mehr Bankenfilialen geschlossen werden und Bankautomaten verschwinden. Wir entwickeln uns immer mehr zu einem Kompetenzzentrum, wo Menschen Beratungen im Umgang mit ihrem Geld bekommen. Beim Kauf eines Eigenheims oder bei der Vorbereitung auf die Pensionierung hilft der Computer oder eine App nicht weiter. Das sind sehr individuelle Geschichten, die eine persönliche Beratung erfordern.

Wie arbeitest du in fünf oder zehn Jahren als Leiter einer Bank?
Sicher nicht gleich wie heute. Die typischen Bankprodukte wie EC-Karten, E-Banking, Kontoführung, Zahlungsverkehr werden zwar bleiben, aber der Beratungsansatz wird noch stärker in den Vordergrund rücken. Wir werden diese aber nicht mehr in unseren Bankräumlichkeiten machen, sondern dort, wo uns der Kunde braucht. Was sich ebenfalls verändern wird ist die Kommunikation mit dem Kunden. Wir werden auf verschiedenen Kanälen mit ihm im Austausch stehen. Der physische Kontakt wird nicht ganz verschwinden, aber sicher werden die digitalen Kontaktangebote zunehmen.


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