«Der Gedanke ein Teil dieses Vereins zu sein, hat uns gefallen»

Ein neues Ressort mit dem Namen «Projekte», zwei neue Gesichter in der Geschäftsleitung. Sandra Bütler und Edith Müller Loretz möchten das gesellschaftliche Engagement des SC Kriens vorantreiben und mehr Menschen ins Kleinfeld bringen.

Sandra und Edith, seit einigen Wochen seid ihr Vorstandsmitglieder beim SC Kriens. Wie sind die ersten Eindrücke vom Leben im Kleinfeld?

Edith: Ich hatte sehr schnell das Gefühl, dass wir dazugehören und empfand es schnell als Selbstverständlichkeit mich einzubringen. Im Kleinfeld wird professionell gearbeitet, obschon viele Menschen sich ehrenamtlich für den SCK engagieren. Oder vielleicht gerade deswegen. Natürlich, bewegt man sich im Fussball in einer Männer geprägten Welt. Umso wichtiger finde ich es, dass nun mehr und mehr eine Durchmischung stattfindet auf allen Vereinsebenen.
Sandra: Ich identifiziere mich bereits nach einigen Wochen stark mit dem Verein. Es ist erstaunlich, wie viele Leute sich hier ehrenamtlich engagieren, wie viele Freizeit-Stunden in diesen Verein investiert werden. Das hat mich überrascht, auch wenn der SCK eigentlich dafür bekannt ist.

«…es ist schön, dass ich mich neben dem Beruf engagieren und etwas Bewegen kann.»

Sandra Bütler

Wie hat das persönliche Umfeld auf euer Engagement reagiert?

Sandra: Ungemein positiv. Besonders meine Familie freut sich und kommt gerne ins Kleinfeld. Ich habe nach unserer Wahl in den Vorstand einen Linkedin-Post geschrieben und noch nie so viele Rückmeldungen und Likes erhalten wie auf diesen Post.
Edith: Bei mir auch. Ich bin keine fleissige Nutzerin der Sozialen Medien, aber so viele Rückmeldungen wie auf diesen Post hatte ich noch nie. Als ich zu Hause über mein neues Amt beim SCK erzählte, hat mich meine Familie zwar gefragt, ob ich nicht gerne zu Hause sei (lacht) und einige waren überrascht, dass ich mich im Fussball engagiere. Aber die Rückmeldungen fielen durchwegs positiv aus.

Sandra Bütler wohnt mit ihrer Familie in Kriens und ist Mitinhaberin und CEO der Kommunikationsagentur Premotion in Luzern.

Ihr seid beruflich beide in Führungspositionen tätig, habt Kinder und ein Familienleben. Weshalb engagiert ihr euch nebenbei noch ehrenamtlich?

Sandra: Zu tun hätte ich wirklich genug, besonders im Moment (lacht). Ich glaube aber unsere Gesellschaft funktioniert nur, wenn man etwas zurückgibt. Ich habe als Kind und als Jugendliche von der ehrenamtlichen Tätigkeit in den Vereinen profitiert. Jetzt kann ich etwas zurückzahlen. Und es ist schön, dass ich mich neben dem Beruf engagieren und etwas Bewegen kann.
Edith: Ich sehe das ähnlich. Meine Familie und ich sind privilegiert. Wir sind alle gesund, wir sind finanziell unabhängig und unser Leben funktioniert. Es geht uns sehr gut. Wir haben uns das einerseits erarbeitet, andererseits hatten wir auch Glück und konnten mit guten Rahmenbedingungen starten. Mit meinem ehrenamtlichen Engagement möchte ich mithelfen, die Rahmenbedingungen für andere zu verbessern. Es gibt mir ein gutes Gefühl, etwas geschaffen- oder jemandem geholfen zu haben ohne dafür bezahlt zu werden.
Sandra: Das Schöne an der Aufgabe ist, dass wir viel Spielraum haben und unsere Freizeit beim SCK selber gestalten können. Du Edith hast gesagt, du möchtest nicht zwingend etwas mit Prävention machen, ich wollte beim SCK nicht unbedingt das Ressort Marketing oder Sponsoring übernehmen. Wir wollten beide etwas Neues und nicht den Beruf auch noch in der Freizeit ausüben.«Ganz grundsätzlich möchte sich der SCK neben dem Fussballbetrieb auch gesellschaftlich engagieren.»

«Ganz grundsätzlich möchte sich der SCK neben dem Fussballbetrieb auch gesellschaftlich engagieren. Wir möchten mehr und auch neue Menschen ins Kleinfeld bringen.»

Edith Müller Loretz

Es gibt viele Vereine und Organisationen die auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen sind. Weshalb ist es bei euch der SC Kriens geworden?

Edith: Weil mich Werni Baumgartner eines Tages angerufen hat (lacht)…

Sandra: …und weil du darauf mich gefragt hast.
Edith: Ja, ich wollte dieses Engagement nicht alleine angehen. Als Frau in einem reinen Männergremium zu sitzen, das kenne ich aus der Geschäftswelt zur Genüge. Mit Sandra zusammen konnte ich mir das hier sehr gut vorstellen. Wir haben uns dann relativ spontan dafür entschieden und zugesagt. Innerhalb von zwei Wochen würde ich sagen.
Sandra: Die Anfrage vom SCK kam zum richtigen Zeitpunkt. Privat und beruflich hat es genau gepasst.
Edith: Zum Glück für den SCK, oder für uns. Wie man will. Aber zurück zur eigentlichen Frage. Der SC Kriens hatte auf mich in den letzten Jahren eine sehr positive Ausstrahlung. Der Gedanke ein Teil dieses Verein zu sein, hat uns beiden gefallen. Beim SCK besteht die Möglichkeit etwas für die Region und die Menschen in Kriens zu bewirken. Diese Chancen sind bei einem kleineren Verein geringer. Uns wurde relativ schnell klar, dass wir die Grösse und Bedeutung des Vereins nutzen wollen für ein gesellschaftliches Engagement.
Sandra: Mein Bild des Vereins war schon auch sehr positiv. Mit dem neuen Stadion, mit den sportlichen Erfolgen, der grossen Juniorenbewegung und der Konstanz der Leute die hier wirken. Der Präsident ist schon seit einigen Jahren da, der Sportchef auch, die Verantwortlichen bei den Junioren sind schon lange im Verein – und trotzdem hat sich der SC Kriens als Verein stetig weiterentwickelt.

Edith Müller Loretz leitet das Departement Gesundheitsschutz bei der Suva und ist Mitglied der Geschäftsleitung und mit ihrer Familie in Kriens zu Hause.

Der SCK hat nun das Ressort «Projekte» gegründet, das ihr zusammen leitet. Worum geht es in diesem Ressort?

Edith: Ganz grundsätzlich möchte sich der SCK neben dem Fussballbetrieb auch gesellschaftlich engagieren. Wir möchten mehr und auch neue Menschen ins Kleinfeld bringen. Das Engagement des SC Kriens für die Krienser-Bevölkerung und für die Region soll noch stärker wahrgenommen werden und wir wollen uns auch abseits des Fussballs als Verein weiterentwickeln.

Gibt es schon konkrete Projekte im Ressort «Projekte»?

Edith: Es gibt viele Idee und einige davon haben wir bereits zu Papier gebracht. Wir planen zum Beispiel verschiedene Anlässe im Kleinfeld, im kleineren Rahmen mit verschiedenen Anspruchsgruppen des Vereins. Wir wollen den Austausch untereinander fördern und nach Möglichkeit die Zusammenarbeit intensivieren.

Ist es denn die Aufgabe eines Fussballvereins sich gesellschaftlich zu engagieren?

Sandra: Der SC Kriens hat unbestritten eine grosse Bedeutung für Kriens und die Menschen hier. Als Marke, das Kleinfeld als Treffpunkt für eine ganze Region und als Freizeitort für die Krienser-Bevölkerung. Jeder Krienser und jede Krienserin kennt mindestens eine Person, die beim SCK Fussball spielt. Ich finde schon, dass diese Grösse und Bedeutung eine Verantwortung mit sich bringt.
Edith: Das sehe ich auch so. Ein Verein mit so vielen Junioren und Juniorinnen hat einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft. Daraus entsteht auch eine gesellschaftliche Verpflichtung in Bereichen wie Nachhaltigkeit, sozialem Engagement und Integration. Man sollte soziale Projekte als Fussballverein aber nie isoliert machen, also unabhängig vom Fussball. Sie sollten immer einen Bezug zum Fussball haben und da können wir als SC Kriens noch einiges bewirken und bewegen, wir freuen uns drauf.

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